Gesundheitsversorgung von Flüchtlingen humanitäres Gebot

Menschenwürde bedeutet Zugang zur Gesundheitsversorgung.

Menschenwürde bedeutet Zugang zur Gesundheitsversorgung.

In einer Vorlage des Hochsauerlandkreises, die sich mit einem Antrag der Caritas Paderborn beschäftigt, finden sich zweifelhafte Passagen. Drucksache 9/380, die bereits am 2.12. dem Gesundheits- und Sozialausschuss vorlag und am 18.12. im Kreistag beschlossen werden soll, beschäftigt sich mit dem Antrag der Caritas auf Förderung von 5000 Euro, um ein psychosoziales Zentrum für traumatisierte Asylsuchende und Flüchtlinge im Nordosten des Sauerlandes einzurichten. Der Kreis lehnt mit der Begründung ab, er sei weder zuständig noch käme ein solches Zentrum dem gesamten Kreis zugute. Weiterhin heißt es jedoch im zusammenfassenden Fazit des Kreises bezüglich der Ablehnung, dass bereits jetzt von gesetzlich Krankenversicherten eine mögliche Besserstellung von Privatversicherten und Asylsuchenden gesehen werde.

„Die Aussage bezüglich der Besserstellung von Asylsuchenden im Gesundheitssystem wird völlig unreflektiert in der Vorlage aufgeführt“, so Annika Neumeister, Sprecherin der Grünen im Hochsauerland. „Zwar gibt der Satz scheinbar Bürgerdenken wieder, doch das Nichtkommentieren hat einen faden Beigeschmack und zeigt, wes‘ Geistes Kind die Verfasser der Vorlage sind und schürt Vorurteile der Bevölkerung gegenüber Asylsuchenden.“

Grundsätzlich ist es so, dass die Kosten für die Versorgung von Geflüchteten nicht aus den Beiträgen für die Krankenkasse, sondern vielmehr aus Steuermitteln getragen werden. Maria Klein-Schmeink, zuständige grüne Bundestagsabgeordnete für das Sauerland und fachpolitische Sprecherin für Gesundheit, erklärt angesichts der Versorgung von Geflüchteten, dass es grundlegend für jeden Arzt sei, jedem unbesehen zu helfen – unabhängig von Alter, Geschlecht, Nationalität usw. Denn das sei grundlegender Anspruch in allen Menschenrechtsvereinbarungen. Weiterhin fügt sie hinzu: „Die Versorgung von Geflüchteten im Rahmen der Regelversorgung ist nicht nur menschenwürdiger, sondern Studien zufolge sogar kostengünstiger. Die Versorgung nach Asylbewerberleistungsgesetz verursacht hingegen Folgekosten, weil hier eine Behandlung nur bei akuten Erkrankungen und Schmerzen erfolgt.“

Gemeinsam plädieren Klein-Schmeink und Neumeister dafür, dass die Kreisverwaltung und insbesondere Landrat Dr. Karl Schneider, für eine menschenwürdigere Politik eintreten und dringendst von der feindlichen Linie gegenüber Asylsuchenden, die laut Einbringungsrede des Landrates in den Haushalt, Unruhe in das schöne Sauerland bringen würden, abweichen.

Kommentar verfassen

Artikel kommentieren


* Pflichtfeld

Mit der Nutzung dieses Formulars erklären Sie sich mit der Speicherung und Verarbeitung Ihrer Daten durch diese Website einverstanden. Weiteres entnehmen Sie bitte der Datenschutzerklärung.

Verwandte Artikel