Heimatverbundenheit und Willkommenskultur sind keine Gegensätze

Was bedeutet uns der Begriff ‚Heimat’ in der heutigen Zeit? Da steckt ‚Heim’ drin. ‚Zuhause’ ist dort, wo wir leben. In der Regel ist damit der Ort gemeint, an dem wir geboren und aufgewachsen sind, dessen Sprache die Muttersprache ist, dessen Klima und Landschaft uns vertraut sind. Dort, wo viele Erinnerungen uns verbinden, wo Familien, Freunde und Kollegen leben. Es ist auch der Ort, an dem unsere Toten betattet sind. Ganz gleich, ob es nun um Heimat in diesem Sinne oder um Wahlheimat geht. Aufgrund einer tiefen Verbundenheit sind wir bereit, uns zu engagieren und auf vielfältige Art und Weise Verantwortung für Menschen und Natur zu übernehmen.
Aktuell haben etwa 60 Millionen Menschen ihren Ort der ‚Heimat’ gezwungenermaßen verlassen müssen. Die Gründe sind Hunger, Krieg, Vertreibung und Klimaveränderung.
Insbesondere die Destabilisierung des arabischen und auch des afrikanischen Raumes erreicht nun auch uns.
Die Menschen auf der Flucht, die nach Sundern gekommen sind, werden hier willkommen geheißen. Das ist in erster Linie den ehrenamtlichen Tätigen zu verdanken, die keine Mühen scheuen, den Heimatlosen eine Heimat zu geben und das verdient allergrößte Anerkennung.
Aber auch die mit dieser Aufgabe betrauten Mitarbeiter der Verwaltung haben Großes geleistet und das Konzept der dezentralen Unterbringung hat sich bewährt.
Integration ist nun ein längerer Prozess. Ziel ist, dass die Menschen, die zu uns kommen ihre Herkunftskultur und unsere Kultur friedlich miteinander verbinden und nicht zwischen den Kulturen hängen bleiben.
Ein besonderes Augenmerk muss dabei auf die Vermittlung der bei uns herrschenden Geschlechtergleichheit gelegt werden. Für die Menschen, die beabsichtigen, hier bei uns zu bleiben, geht es weiterhin konkret darum, dass diese sprachliche und berufliche Qualifikationen erlernen, die ihnen die gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen. Verbände, Städte, Kreis und Wirtschaft sind hier gefragt, entsprechende Ausbildungs- und Arbeitsstellen zu schaffen.
Natürlich gibt es auch Probleme, wo Menschen zusammen leben und besonders dann, wenn sie aus unterschiedlichen Kulturen kommen.
Wegschauen hat aber noch nie ein Problem gelöst.
Und einfache, rückwärtsgewandte Lösungen, die mit Klischees arbeiten, helfen auch nicht weiter.
Dort aber, wo ein Klima der Ehrlichkeit, Offenheit, Toleranz und dem Mut nach vorn gepflegt wird, kann vieles gelingen!
Als Abschluss ein Zitat von Mark Twain:
„Die direkte Begegnung ist das beste Mittel gegen Vorurteile.“

Ein Statement von Toni Becker

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